Ich bin der Weichkörper und die Schale bin ich auch.
Einzelausstellung vom 8.2. - 9.2.25 im Kunstraum Büro für
Was passiert, wenn man Krebsen den Panzer, Schnecken das Haus oder Muscheln die Schale wegnimmt?
Und wie muss es wohl sein, als „reines Weichtier“ durch die Welt zu kriechen? Ist sich ein „reines Weichtier“
seiner Verwundbarkeit und seiner Sensitivität vielleicht bewusster als ein Schalenwesen? Gezwungen durch die Gefahren der Welt, bestärkt durch die gesellschaftliche Belohnung der Starken und verleitet durch seine Abenteuerlust, kann ein Schalenwesen im Laufe der Zeit irgendwann vergessen, dass es nicht nur aus Schale besteht. Und wenn es der ihm innewohnende Weichkörper nach endloser Zeit der erfahrenen Ignoranz dann schafft, sich bemerkbar zu machen– wird das Schalenwesen ihm dann Gehör schenken, oder wird er ihn als lästigen Fremdkörper empfinden, das ihm in die Queere gekommen ist?
Sofia Zafiridou betrachtet ihre künstlerische Arbeit als Verlängerung eines persönlichen Entwicklungsprozesses. Als Ausgangspunkt der Arbeit Muschelweste diente die allzu menschlichen Erfahrung innerer Anteile, die einander widersprechen und die eigene Dualität spürbar machen: Weichheit, Hochsensitivität, Langsamkeit, Rückzugsbedürfnis auf der einen und Abenteuerlust, Robustheit, Selbstoffenbarungswunsch und Kampfbereitschaft auf der anderen Seite können, wenn sie als extreme Pole wirken, schwer miteinander in Balance zu bringen sein.








Fotografische Dokumentation von Luis Kießling